15.06.2018

GOzealand! on Tour: Ein Roadtrip durch Neuseeland

25 Tage, 2 Inseln, 14 Städte, 8 Universitäten und über 3.000 km: Studienberaterin Sonja reiste im März mit dem Auto quer durch Neuseeland, besuchte alle Universitäten und frischte nebenbei während des dreiwöchigen Roadtrips ihre Liebe für das Land der langen weißen Wolke auf.

Zwischenstopp in Singapur
Am 06. März ging es endlich los! Mein langerwarteter Besuch in Neuseeland stand an und nach einer vierstündigen Zugfahrt von Berlin nach Düsseldorf saß ich auch schon im Flieger Richtung Singapur, meinem ersten und einzigen Stopp auf dem Weg ans andere Ende der Welt. In Singapur angekommen ging es zunächst Richtung Innenstadt und zu den berühmten Gardens by the Bay, deren Supertrees einen definitiv zu beeindrucken wissen und die schon lange auf meiner Bucketlist standen. Trotz einiger Besuche im Stadtstaat Singapur habe ich es dort tatsächlich noch nie hingeschafft. Aber das ist ja auch das Schöne am Reisen: Selbst wenn man eine Stadt zu kennen glaubt, überrascht sie einen doch immer wieder mit neuen Attraktionen, Dingen, die man bis dato einfach nicht gesehen hat und versteckten Ecken. Die Supertrees bzw. Riesenbäume bestehen aus einem Metallkonstrukt, das von zahlreichen Pflanzen bewachsen ist. Wer will, kann sogar auf einem Weg oben in den Bäumen entlanglaufen. Ich habe mir lieber das Blumenmeer im Flowerdome angeschaut und im Garten entspannt, bevor es zu meinem ersten Treffen mit einer unserer Partnerhochschulen ging: Die Curtin University Singapore. Insbesondere für Businessstudenten ist der Standort spannend, denn Singapur gilt als Business Hub Asien. Darüber hinaus hat die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Curtin University die AACSB Akkreditierung und zählt damit zu den Top Business Schools der Welt. Der Master of Business Administration ist besonders interessant. Das Programm kann innerhalb von 16 Monaten (4 Trimester) absolviert werden und Bewerber müssen, anders als bei vielen anderen MBA Programmen, keine Arbeitserfahrung für die Zulassung nachweisen. Nach dem Lunch Meeting fuhr ich noch für einen kurzen Abstecher zur Arab Street und der berühmten Haji Lane, die mich immer ein wenig an Melbournes versteckte Lanes erinnert. Noch am selben Abend ging es dann auch schon weiter: Neuseeland wartete auf mich!


Good Morning Auckland!
10 Stunden später hieß es: Good Morning Auckland! Zum Frühstück erwartete mich zunächst ein ordentlicher Jetlag, den ich mit einer richtigen guten Tasse Kaffee auszuschalten versuchte. Wenn die Neuseeländer eines können, dann ist es neben Rugby spielen auf jeden Fall erstklassigen Kaffee zubereiten. Dank der Koffeininfusion und viel frischer Luft schaffte ich es halbwegs erfolgreich zumindest bis zum frühen Abend wachzubleiben. Ich bin im hippen Bezirk Ponsonby östlich des Zentrums untergekommen. Von dort kommt man recht schnell zur berühmten K’Road (Karangahape Road), der ehemaligen Rotlichtstraße Aucklands, und kann dann durch den Myers Park vorbei an Palmen und sehr ansehnlicher Streetart bis zur Innenstadt laufen. Da mir mein Jetlag den Kaffee wohl übelgenommen hat und sich nicht vertreiben lassen wollte, fiel ich direkt nach meinem kleinen Spaziergang  gegen 18 Uhr ins Bett und stand dafür um 3 Uhr morgens wieder hellwach im selbigen. Schlaf wird eh überbewertet, wenn es gilt, ein Land zu entdecken. Meinen freien Tag verbrachte ich bei einer Tour, die mich durch die Innenstadt bis hin zu den schönen Stränden & Wasserfällen im Umland und den neuseeländischen Kauri Bäumen führte (Best of Both Worlds - Beach and Bush Tour) und bei der ich mir zu Lunch stilecht einen Meat Pie gegönnt habe. Der Meat Pie ist wie der Döner in Berlin, man bekommt ihn in ordentlicher Qualität eigentlich an jeder Ecke, und neben Hokey Pokey Eiscreme, Pavlova und Pineapple Lumps gehört er bei der kulinarischen Reise durch Neuseeland auf jeden Fall dazu. Zurück in Auckland spazierte ich noch ein wenig die Ponsonby Road entlang und fiel dann zu einer halbwegs vertretbaren Uhrzeit ins Bett.

Die erste der acht Universitäten, die während meiner Reise besuchte, war die University of Auckland. Die Universität belegt in aktuellen Rankings oft den Spitzenplatz der Hochschulen in Neuseeland und bietet eine sehr breite Programmauswahl. Insbesondere Study Abroad Studenten profitieren von den vielen Kursen, zu denen die Zulassung fakultätsübergreifend oft recht einfach ist. Wer möchte, kann zudem während des Semesters beim Instagram Ambassador Program als Botschafter der Uni fungieren, mit etwas Glück Preise gewinnen und zum Ende des Semester ein Empfehlungsschreiben erhalten. Ein Fokus Programm der Universität ist der Master of Information Technology, der je nach Vorkenntnissen innerhalb von anderthalb bis zwei Jahren absolviert werden kann und für den es aktuell Stipendien im Wert von 5.000 NZD gibt. Der Campus der University of Auckland liegt mitten in der Stadt und so kommt man zum einen schnell zu den großen Shoppingstraßen, ist aber dank der vielen Parks auch in Kürze im Grünen. Die Work Live Balance wird in Neuseeland definitiv groß geschrieben.

Keine zehn Minuten Fußweg trennen die University of Auckland von der Auckland University of Technology (AUT). Mein erster Eindruck von der AUT: Super moderne Hochschule mitten in der Stadt und alles ist nah beieinander. Ich mag die Atmosphäre am Campus und mir gefällt, dass alles sehr offen und hell gestaltet wurde. Es gibt ausreichend Platz für Gruppenarbeiten und (natürlich) exzellenten Kaffee im Coffee Shop. Besonders beliebt an der AUT sind die Noho Marae Weekends im universitätseigenen Marae, dem traditionellen Begegnungsplatz, bei denen die Studenten die Kultur der Maori näher kennenlernen und z.B. den Haka ausprobieren können. Schnell sein lohnt sich, die Wochenenden sind fix ausgebucht, anmelden könnt ihr euch in der Orientation Week.


Unterwegs im Zentrum der Nordinsel: Von Hamilton bis nach Napier
Nach meinen Besuchen an der University of Auckland und AUT fuhr ich noch am selben Abend nach Hamilton. Die am Waikato River gelegene Stadt ist die größte der Region Waikato und viertgrößte in Neuseeland, mit rund 170.000 Einwohner aber trotzdem recht übersichtlich. Dank der University of Waikato ist die Stadt sehr studentisch geprägt, es gibt viele Bars, Cafés und Parks zu entdecken. Besonders die Hamilton Gardens haben es mir angetan, für die ich leider viel zu wenig Zeit hatte, denn der nächste Unibesuch stand an. An der University of Waikato habe ich mir u.a. die dreifach-akkreditierte Business Fakultät angeschaut und einen Rundgang über den Campus gemacht. Dieser lässt sich auch mit einem Wort beschreiben: Wunderschön! Der Campus liegt auf Maori Land, ist ziemlich groß, hat einen kleinen See mit Shops und verschiedene Essensoptionen im Zentrum und ist insgesamt sehr grün. Zur Innenstadt braucht man vom Campus etwa zehn Minuten mit dem Bus. Neben dem Hauptcampus in Hamilton gibt es einen weiteren Campus der Universität in Tauranga, an dem aktuell vor allem Onlinekurse angeboten werden. Zwar konnte ich mir den Campus dort nicht persönlich anschauen, aber der Stadt Tauranga habe ich einen kurzen Besuch abgestattet, um eine Bootstour in der Bay of Plenty zu machen und Stand Up Paddling auszuprobieren. Leider waren die Fische an dem Tag etwas scheu und so wurde aus der Bay of Plenty für uns schnell die Bay of Empty, aber normalerweise entdeckt man dort einiges, z.B. Delphine. Die ließen sich zum Glück später auf dem Trip durch Neuseeland noch blicken. Zwischen den beiden Campussen soll es auch bald einen Intercampus Bus geben, der die Strecke von Hamilton bis zur Küste in etwa anderthalb Stunden zurücklegen wird. Darüber hinaus eröffnet die Universität in Tauranga im kommenden Jahr ein Marine Research Centre und auch Wohnheime sind in Planung. Am Hauptcampus in Hamilton sind diese bereits in Betrieb, besonders beliebt ist das Orchard Park. Dabei gibt es sowohl Optionen mit als auch welche ohne Verpflegung. Einige der Internationals wohnen auch außerhalb des Campus. Meist kommen sie in einem shared house unter, und teilen sich die Wohnung/das Haus mit zwei bis drei anderen Mitbewohnern. Die University of Waikato zählt insbesondere im Bereich Tourismus zu den besten Unis des Landes und bietet auch Spartenprogramme, wie z.B. den neuen Master of Security and Crime Science oder Cyber Security.

Nach den drei Unibesuchen hatte ich einige Tage frei und nutzte diese Zeit so gut es ging. In Neuseeland bedeutet das: Runter, rauf und ab ins Wasser! Runter ging es in die Waitomo Caves. Beim TumuTumu Toobing oder Blackwater Rafting quetscht man sich zunächst in einen Wetsuit, um dann nach einer kurzen Autofahrt ins Nirgendwo eine Leiter in ein dunkles Loch hinabzusteigen. Wer schon mal den Film „The Cave“ gesehen hat, weiß wovon ich rede (abgesehen von den menschenfressenden Monstern war es recht ähnlich). Im Untergrund klettert man vorbei an Stalagtiten und Stalagmiten, zwängt sich durch winzige Engen und treibt im Schwimmring einen finsteren Tunnel entlang. In einer Höhle haben wir unsere Stirnlampen ausgemacht und die Glühwürmchen an der Decke bestaunt. Nichts für Coachpotatos und Klaustrophobiker, aber eine tolle Erfahrung! Rauf ging es dann beim nächsten Stopp. In Rotorua, der Stadt, die dank der geothermalen Aktivität nach Schwefel „duftet“, habe ich den Redwoods Treewalk ausprobiert. Bei diesem Baumwipfelpfad ist man den Riesenbäumen ganz nah. Die Redwoods kommen eigentlich aus Amerika, fühlen sich aber offensichtlich auch in Neuseeland ganz wohl. Zu guter Letzt hatte ich im Wasser gleich drei Aktivitäten geplant. Den Anfang machte das Polynesian Spa in Rotorua. Dort befinden sich direkt am Lake Rotorua heiße Quellen, die dank verschiedener Mineralien und Inhaltsstoffe heilende Wirkung haben sollen. Auf jeden Fall war das die beste Vorbereitung für den kommenden Tag, denn da stand als Erstes bei Kaitiaki Adventures eine Runde Rafting im Kaituna River an. Nach ein paar kleineren Stromschnellen fielen wir einen sieben Meter hohen Wasserfall der Okere Falls hinunter. Klingt verrückt, war aber tatsächlich recht lustig und unsere Boote kamen erstaunlicherweise alle heil und weiterhin voll besetzt unten an. Da es im Boot ja ganz nett ist, ich aber auf der Südinsel schon mal Whitewater Raften und damit ja schon fast ein alter Hase im neuseeländischen Adrenalinbusiness war, durfte es dieses Mal noch etwas härter werden und so habe ich mich beim Sledging den Stromschnellen nochmal ohne trockenen Untergrund bzw. Boot gestellt. Beim Sledging bekommt man ein paar Schwimmflossen in die Hände gedrückt und klammert sich im Wasser an eine Art flacher Boje. Da sich das keiner außer mir am Nachmittag so recht trauen wollte, war ich die einzige Sledgerin und bekam gleich zwei Aufpasser mit ins Wasser. Den sieben Meter Wasserfall sparten wir uns, das wäre dann doch etwas heftig gewesen, aber der Rest des Flusses ist auch nicht zu unterschätzen und so wurde das Sledging definitiv zu einer der forderndsten, wenn auch interessantesten Erfahrungen meines Neuseelandaufenthalts.

Der nächste Halt war Taupo. Die Stadt im Zentrum der Nordinsel ist berühmt für den beeindruckenden Lake Taupo, den größten See des Landes, entstanden aus einem Vulkan. Auch heute lassen sich noch einige heiße Quellen rund um den Lake Taupo finden, z.B. die Craters of the Moon. Eigentlich standen die auch auf der To Do Liste für den Tag, aber dank eines spontanen Upgrades auf eine andere, früher startende Weintour in Napier war die Tagesplanung hinfällig und es blieb nur Zeit für einen kurzen Zwischenstopp bei den Huka Falls, einer Kaskade von Wasserfällen des Waikato Rivers, bevor ich auch schon Richtung Ostküste losflitzen musste. Nach der vielen Action der letzten Tage war eine Tour durch die Weinberge der Hawke’s Bay genau das Richtige. Auf der „Wine and Dine“ Tour von Grape Escape besuchten wir mit unserem Minibus insgesamt fünf Weingüter und testeten unglaubliche 50-60 Weine (oder sogar mehr, wer zählt nach Nr. 20 schon noch?). Die Stimmung war entsprechend angeheitert. Zwischendurch gab es als Snack Äpfel aus der Region und zum Abschluss noch eine ausgesprochen leckere Käseplatte, die wir innerhalb von Minuten verputzten. Hawke’s Bay zählt zu den Regionen mit der geringsten Bevölkerungsdichte in Neuseeland. Viele Kiwis (also Neuseeländer nicht die Früchte, die gibt es hier en masse, oder die flugunfähigen Vögel, die man z.B. auf Stuart Island entdecken kann) findet man hier also nicht, dafür gibt es sehr viel Landwirtschaft und es lohnt sich an den Ständen an der Straße zu halten, um sich mit Obst und Gemüse einzudecken. Damit lässt sich beim nächsten Weingut, und die gibt es hier wirklich an jeder Ecke, ein schönes Picknick veranstalten. Am nächsten Tag blieb vormittags etwas Zeit für die Art Deko Stadt Napier und einen Spaziergang an der Marine Parade, der Strandpromenade. Beim Check Out gab der freundliche Herr an der Rezeption dann noch den Tipp, beim Aussichtspunkt Te Mata Peak vorbeizuschauen (super Postkartenmotiv) und nicht zu versuchen, ganz bis zum Cape Kidnappers zu laufen (mehrstündiger Walk). Es lohnt sich immer die Neuseeländer nach Tipps zu fragen. Die meisten sind zu Recht ganz vernarrt in ihre schöne Heimat und geben mit Vergnügen Tipps für die besten Ausflugsziele und Insiderinfos rund um ihre Region und darüber hinaus.


Hallo Hauptstadt: Von Palmerston North bis nach Wellington
Nach all den touristischen Abenteuern stand in Palmerston North der nächste Campusbesuch an. An der Massey University schaute ich mir neben dem Hauptcampus in Palmi (ja, auch die Kiwis kürzen ähnlich wie die Australier gerne Wörter ab) auch den Standort in der Hauptstadt Wellington an. In Palmerston North startete die Tour mit einem Stopp an The Square, dem zentralen Platz in der Innenstadt. Von hier gelangt man innerhalb kurzer Zeit zum Campus (ca. 3 km). Einige der Busse in der Stadt sind für Massey Studenten sogar kostenfrei. Vor Ort drehten wir zunächst einmal eine Runde. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Tatsächlich kann man um den Standort der Universität einmal im Kreis auf der Ring Route herumfahren. Der Campus an sich ist recht groß und umgeben von den Wohnheimen und den angrenzenden Feldern, die allesamt von der Massey University bewirtschaftet werden. Neben der Lincoln University bietet auch die Massey einige Programme im Agrar-Bereich und als einzige Universität des Landes Tiermedizin an. Der Campus in Wellington wiederum ist passenderweise die Anlaufstelle für Studenten aus den Bereichen Design, Musik und Kommunikation. Hier herrscht eine ganz andere, kreative Atmosphäre, die gut zum Rhythmus der Stadt passt. Zwar ist der Standort deutlich kleiner, aber sehr modern und gut eingerichtet, sogar vollausgestattete Tonstudios und große, lichtdurchflutete Ateliers lassen sich hier finden. Den Abend verbrachte ich dann noch mit einem Spaziergang durch den wunderschönen Botanischen Garten. Am besten nimmt man hierfür das Cable Car, das zu den Wahrzeichen der Stadt gehört und euch zum höher gelegenen Stadtteil Kelburn bringt. Von dort hat man erstens einen tollen Ausblick auf die Stadt, zweitens startet von hier den Weg bequem bergab zum Botanischen Garten. 

Am nächsten Tag besuchte ich die Victoria University of Wellington. Nach einem kurzen Spaziergang über den modernen Kelburn Campus, der wie bisher bei allen Universitäten auf dem Trip, wieder beeindruckte, traf ich Vertreter der Fakultäten Humanities and Social Sciences, Law und Design. Wellington gilt als kreatives Zentrum des Landes und die Universität profitiert von der Nähe zu Firmen wie den WETA Studios. Das neue Flagship Programm der Design Fakultät am sehr gut ausgestatteten Te Aro Campus ist der Master of Design Technology, ein einjähriges Programm (3 Trimester) mit Start im Februar, das sehr praxisorientiert ist. Praxisbezug findet man auch in den anderen Studiengängen der Universität. Ein weiterer Vorteil der Lage in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands und damit auch Regierungssitz, ist die Nähe zur Politik. Das kommt sowohl Studenten aus den International Relations und Politics Programmen zu Gute als auch den Juristen. Wer seinen Master of Laws (LLM) an der VUW absolviert, kann z.B. ein Praktikum einschieben, das von der Universität organisiert wird. Die juristische Fakultät befindet sich in einem geschichtsträchtigen Gebäude in Wellington, dem Old Government Building, und liegt in guter Nachbarschaft direkt zum aktuellen Parlamentsgebäude, dem berühmten, hübsch-hässlichen Beehive. Laut Rankings gehört die Law School außerdem zu den besten 40 Jura Fakultäten der Welt. Und wären das nicht schon genug gute Gründe für ein Studium an der VUW, so bieten wir aktuell exklusiv für unsere Studenten ein Teil-Stipendium für den LLM an. Nach den spannenden Meetings und Besuchen an der verschiedenen Campussen knurrte mir erst mal der Magen. Glücklicherweise war Freitag und so konnte ich mich auf dem Wellington Night Market durch lauter Leckereien futtern und der Livemusik lauschen. Als Hauptgang gab es frittierte Dumplings und zum Nachtisch frittierte Eiscreme. Offensichtlich mochte ich es an dem Tag fettig, aber nach der ganzen Arbeit und dem Auf und Ab (Wellington ist etwas hügelig)  braucht man ja ab und zu eine Belohnung. Die Eiscreme war definitiv ein Highlight. Ich wollte das schon länger mal in Berlin ausprobieren und war froh, es in Wellington endlich nachholen zu können. Das Vanilleeis wurde in einer Cornflakes-Panade gewälzt und dann ins Fett geworfen. Heraus kam ein knuspriges, heiß-kaltes Bällchen, das durch eine Salted Caramel Soße perfektioniert wurde. Yummy!

Bevor es am nächsten Tag zur Südinsel ging, ließ ich mir das Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa natürlich nicht entgehen, das liebevoll von allen kurz Te Papa genannt wird. Das kostenfreie Museum bietet eine spannende Tour durch Neuseelands Geschichte, Tradition und Umwelt. Man könnte Stunden dort verbringen, aber so viel Zeit blieb mir leider nicht, denn um Punkt 13:30 Uhr verließ die Fähre zusammen mit meinem Mietwagen und mir die Nordinsel Richtung Picton. Es gibt zwei große Anbieter für die Überquerung (Interislander und Bluebridge), die sich nicht viel nehmen. Den Seegang sollte man aber nicht unterschätzen: Die Cook Strait, die Meerenge zwischen der neuseeländischen Nord- und Südinsel zählt zu den stürmischsten Meeresstraße der Welt. Wer einen empfindlichen Magen hat, packt also für alle Fälle Reisetabletten ein. Die Überquerung verbringt man im Idealfall auch nicht liegend und mit Schmerzen, denn es gibt viel zu sehen. Auf dem Weg begleiteten uns Delphine und vor allem das letzte Stück auf dem Weg zur Südinsel, der Queen Charlotte Sound, ist landschaftlich sehr beeindruckend und einer der Gründe für die ca. 5.000 Fotos, die ich am Ende der Reise auf der Speicherkarte meiner Kamera haben werde. Während die Sounds im Southland vor allem Fjorde sind, handelt es sich beim Queen Charlotte Sound im Prinzip um einen in das Land hineinreichenden Meeresarm, der uns wunderbare Ausblicke auf die Küste der Südinsel lieferte. In Picton angekommen ging es dann weiter Richtung Abel Tasman National Park.


Willkommen auf der Südinsel
Der Abel Tasman National Park ist zwar der kleinste der neuseeländischen Nationalparks, wird aber dank seiner hübschen Buchen, traumhaften Sandstrände und beeindruckenden Granitklippen am meisten von Touristen besucht. Auch ich gehörte für einen Tag dazu und erkundete das Naturparadies sowohl zu Fuß als auch auf dem Wasser per Wassertaxi und Kajak. Wer mit dem Auto selbst ein Stück in den Park fährt (so wie ich), sollte vorher die Straßen und Zugänglichkeit checken und auch die Zeit nicht zu knapp kalkulieren. Die Regenfälle der letzten Wochen haben auf meinem Weg glatt eine Straße komplett weggespült, so dass ich nur nach einem kleinen Umweg zum Ziel kam und meinen Tagesausflug starten konnte. Der erste Stopp der „Earth, Sea and Sky“ Tour von Abel Tasman Kayaks nach einem kurzen Abstecher zum Split Apple Rock war die Torrent Bay, von der aus unsere Gruppe den Küstenwanderweg über die Falls River Hängebrücke bis zur Bark Bay lief. Auch Kajaken stand auf dem Plan: Den Nachmittag paddelten wir von einer hübschen Stelle zur nächsten, sahen Robben und Vögel, machten kurz Halt auf einer kleinen Sandbank, die über und über mit Muscheln bedeckt war und trainierten dabei fleißig unsere Armmuskeln. Am Abend habe ich mir dafür zur Belohnung eine Real Fruit Icecream gegönnt, ein frisch gezapftes Softeis mit saisonalen Früchten, das man hier fast an jeder Ecke bekommt. Super lecker!


Roadtrip nach Kaikoura & Christchurch
Bevor es nach Christchurch zu den nächsten Universitäten, der University of Canterbury und der Lincoln University, ging, hatte ich einen Stopp in der Stadt Kaikoura an der Ostküste der Südinsel geplant. Die Frage war nur: Komme ich überhaupt dahin? Neuseeland liegt mehr oder weniger halb halb auf der pazifischen und australischen tektonischen Platte, was einerseits viele der Naturwunder zur Folge hat (z.B. die vulkanische Aktivität auf der Nordinsel), aber andererseits auch zu kleinen und selten auch größeren Erdbeben führen kann. Das Kaikoura-Erdbeben von 2016 schnitt die Stadt mehr oder weniger von der Außenwelt ab, da die Zufahrtsstraßen sowohl aus dem Norden als auch aus dem Süden und auch die Bahntrassen zerstört wurden. Die Nordroute wurde sogar erst kürzlich wiedereröffnet. Leider währte die Freude nur kurz: Aufgrund einiger Unwetter im Februar und März musste die Straße auch gleich wieder gesperrt werden. Daher habe ich den Umweg durchs Inland genommen und gleich noch einen Stopp bei den heißen Quellen, den Hanmer Springs, eingelegt. Neben den Thermalbädern empfehle ich die Rutschen, vor alle der Super Bowl Ride, einer Art riesiger Toilettenschüssel, in der man sich „runterspülen“ lassen kann. Nach einer weiteren Stunde im Auto war der längste Reisetag geschafft und Kaikoura begrüßte mich mit wunderbarem Spätsommerwetter. Der Maori-Name Kaik?ura bedeutet in etwa sowas wie Krebsessen oder Langustenmahl, also war der Speiseplan für den Abend quasi festgelegt und bestand überwiegend aus Fisch. Am nächsten Tag ging es dann wieder ins und aufs Wasser. In Kaikoura kann man mit vielen Meeresbewohnern auf Tuchfühlung gehen, z.B. mit Delphinen oder Robben schwimmen oder Wale beobachten. Ich entschied mich für das Schwimmen mit Robben bei Seal Swim Kaikoura und den Sprung ins kalte Wasser. Dafür wurde ich belohnt mit vielen verspielten neuseeländischen Fur Seals, die gerade ihr Vormittagsschläfchen auf den warmen Steinen beendeten und elegant ins Meer glitten. So putzig die Robben an Land umherhopsen, im Wasser sind sie definitiv in ihrem Element und flitzten pfeilschnell um mich herum. Am Nachmittag ging es weiter mit den Wasseraktivitäten, denn ich ergatterte noch einen Platz bei Whale Watch Kaikoura. Auf der Tour haben wir hunderte Delphine gesehen, die eine Zeitlang unser Boot begleiteten, einen Pottwal und sogar einen der seltenen Blauwale, das schwerste Tier der Welt (bis zu 200 Tonnen schwer), von dem es heutzutage laut der International Whaling Commission (IWC) leider nur noch etwa 2.500-3.000 Stück gibt. Glücklich über so viel Kontakt mit der neuseeländischen Tierwelt fiel ich abends zufrieden und bereit für den nächsten Arbeitstag in Christchurch ins Bett.

Christchurch ist die größte Stadt der Südinsel und gilt als Streetart-Capital des Landes. Ich war besonders gespannt, wie sehr sich die Stadt verändert hat. Seit meinem letzten Besuch kurz nach dem Erdbeben von 2011 hat sich definitiv einiges getan und vieles, wenn auch nicht alles, wurde erneuert und wieder aufgebaut. Zur ReStart Mall, einem Einkaufszentrum aus bunten Baucontainern, und dem wunderschönen Botanischen Garten schaffte ich es dieses Mal leider nicht, aber dafür konnte ich mir auf dem Weg zur University of Canterbury (UC) einen flüchtigen Eindruck vom neuen Christchurch verschaffen. Nach einer kurzen Autofahrt erreichte ich dann den Campus der UC, auf dem ebenfalls aktuell viel gebaut und erneuert wird. Einige der Gebäude sind schon eröffnet, z.B. das moderne Ernest Rutherford Building, und geben einen Ausblick darauf, wie schön der Campus sein wird, wenn erstmal alles fertig ist. Und sogar hier auf dem Campus lässt sich Streetart finden. Die Universität ist für den starken Praxisbezug, besonders in den angewandten Naturwissenschaften (z.B. Umweltwissenschaften, Geologie, Biologie) bekannt. Dafür sprechen beispielsweise Kurse wie „Putting Your Degree to Work“ (PACE195), „Internship“ (PACE295/ARTS295), „Enterprise in Practice“ (BSNS290) oder “Strengthening Communities through Social Innovation” (CHCH101) oder die Tatsache, dass die UC das größte Netzwerk an Feldstationen in Neuseeland unterhält. Wer es gerne sportlich mag, der freut sich sicherlich über die universitätseigene Ski Lodge des Snow Sport Clubs oder über das neue Rugby Program.

Nach meinem Besuch an der UC fuhr ich raus Richtung Lincoln und zur dort beheimateten Lincoln University. Mit etwa dreieinhalbtausend Studenten ist die Lincoln University die kleinste der neuseeländischen Universitäten. Studenten profitieren dadurch von einer sehr persönlichen Betreuung vor Ort und auch Patricia, eine unserer Studentinnen, die ich dort traf, lobte die tolle Atmosphäre am Campus. Die Lincoln University wurde als Schule für Landwirtschaft gegründet und auch heute noch merkt man den starken Bezug zur Natur und Agrarwirtschaft. Die praktische Erfahrung im Feld ist wichtiger Bestandteil vieler Programme. Etwa fünf Field Trips, u.a. in die Southern Alps, gibt es pro Semester, z.B. im Rahmen des Kurses „Advanced Field Research“ (SCIE393). Auf der Website ecoLincNZ lassen sich viele tolle Berichte und Fotos dazu finden. Inzwischen bietet die Universität natürlich noch weitere Fächer an. Ein besonders bei internationalen Studenten beliebtes Programm ist der einjährige Master of Business, der aktuell mit zwei Spezialisierungen angeboten wird: Global Management & Marketing und Finances. Auf dem Rückweg nach Christchurch konnte ich noch kurz einen Blick auf die universitätseigenen Weinfelder (auch Viticulture wird als Studienfach angeboten) werfen, die mich auch gleich inspirierten, den Tag im Pub mit einem Glas leckeren neuseeländischen Weins zu beenden und mich innerlich für die lange Fahrt am nächsten Tag zu wappnen.  


Entlang der Southern Alps

Auf dem rund fünfeinhalbstündigen Weg von Christchurch nach Wanaka und Queenstown lohnt sich der Stopp am Lake Tekapo und Lake Pukaki. Leider wollte das Wetter einfach nicht mitspielen. Im Regen steht es sich leider nicht so wirklich angenehm, selbst wenn einem einer der schönsten Seen Neuseeland gegenüberliegt, also fielen die Stopps recht knapp aus und mehr als ein kurzer Besuch bei der wohl meist fotografiertesten Kirche Neuseelands, der Church of the Good Shepherd, war nicht drin. Der Lake Tekapo ist berühmt für seine türkisblaue, milchige Farbe, die besonders bei Sonnenschein hervorsticht. Das Wasser des Sees kommt größtenteils aus den Gletschern der Umgebung und die Farbe verdankt der See dem feinen Felsstaub im Gletscherwasser. Wer es nicht bei Tag schafft, hier zu halten, der sollte auf jeden Fall nachts vorbeischauen. Der Lake Tekapo ist Teil eines UNESCO Lichtschutzgebiets und eignet sich hervorragend für Sternbeobachtungen und mit etwas Glück sieht man im April und Mai sogar die Südpolarlichter. Der letzte See des Tages ist dann der Lake Wanaka, der dank der angrenzenden hohen Berge im Westen ein herrliches Fotomotiv abgibt. Ein weiteres Highlight des Sees ist der berühmte Wanaka Tree, ein Baum der mitten im See wächst und einen wahren Instagram Hype ausgelöst hat (#thatwanakatree). Früh morgens, noch vor Sonnenaufgang, pilgerte ich zum Baum mit der Hoffnung auf etwas Einsamkeit mit der Bruch-Weide. Leider war ich nicht die Einzige mit dieser Idee, aber trotzdem war die Stimmung wirklich magisch und die Spiegelungen im Wasser, der herbstliche Wanaka Tree, die Bergkulisse und die langsam aufgehende Sonne schufen eine ganz besondere Atmosphäre.

Ähnlich wie Wanaka ist auch Queenstown eine malerisch gelegene Stadt am See (in diesem Fall am Lake Wakatipu) mit Zugang zu den besten Skigebieten Neuseelands. Queenstown ist aber um einiges touristischer und gilt als Zentrum des Extrem- und Funsports. Ich startete den Tag zunächst entspannt, fuhr mit der Skyline Gondola zum Bob’s Peak hoch und genoss bei strahlendem Sonnenschein die herrliche Aussicht auf die Bergkette der Remarkables. Wer Lust hat, kann oben einen Bungeesprung wagen, Paragliden, einen der Downhill Bike Trails hinunter sausen oder, wie ich, den Luge ausprobieren. Hierbei fährt man mit einer Art Gokart auf zwei ausgebauten Strecken ein Stück des Berges hinunter, zum Teil werden die Dinger dabei ziemlich fix. Schnell wurde es auch am Nachmittag: Es stand Jet Boat fahren an. Bei der einstündigen Tour mit KJet flitzten wir mit bis zu 95 km/h erst über den Lake Wakatipu, machten einige 360 Grad Drehungen (Yay!) und fuhren dann bis zum Shotover River, der Goldgrube Neuseelands. Der Fluss zählte zu Zeiten des Goldrauschs zu den Flüssen mit den größten Goldvorkommen weltweit und angeblich kann man mit etwas Glück sogar heute noch Gold dort finden. Unglücklicherweise hatte ich ausgerechnet heute meine Goldwaschpfanne zuhause gelassen und so tröstete ich mich am Abend mit einem Espresso Martini am Hafen und lauschte mal wieder der erstklassigen Livemusik.


Beeindruckende Fjordlands
An nächsten Morgen brach ich früh Richtung Fjordland Nationalpark auf. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Städtchen Te Anau (letzte Tankstelle auf der Strecke) ging die Reise weiter zum Milford Sound. Die Strecke zu dem Fjord zählt zu den schönsten Panoramarouten Neuseelands und gerade deshalb sollte man ausreichend Zeit einplanen. Zwar beträgt die Entfernung nur ca. 120 Kilometer, aber man braucht hierfür in etwa zweieinhalb Stunden, reine Fahrtzeit wohlgemerkt. Stopps müssen zusätzlich einkalkuliert werden – und das sollten sie auch auf jeden Fall, denn die Strecke ist gespickt mit vielen versteckten und auch offensichtlichen Sehenswürdigkeiten und Naturwundern. Ich machte einen kurzen Stopp bei den Mirror Lakes, bei denen der Name Programm ist (achtet mal auf das Schild im Wasser, es ist spiegelverkehrt geschrieben und nur als Spiegelung im See lesbar) und bei The Chasm, einem außergewöhnlichen, tosenden Wasserfall in grünen Regenwald. Beeindruckend ist auch der Ausblick auf die Berge beim Westportal des Homer Tunnels. Meist muss man hier eh halten, da der Tunnel nur einspurig befahren werden kann. Wer es durch den Tunnel geschafft hat, ist auch schon fast am Ziel. In Milford Sound starten die Bootstouren in den Fjord. Es gibt verschiedene Anbieter, meine Tour mit Cruise Milford dauerte etwa anderthalb Stunden und führte einmal komplett durch den Fjord bis zum Meer. Mein persönlicher Tipp: Man sollte unbedingt die Mittagstouren vermeiden. Dann kommen die ganzen Reisebusse mit den Touristenscharren und die Boote sind entsprechend alle gerammelt voll. Es ist viel besser, entweder früh morgens die erste oder am Nachmittag die letzte Tour des Tages zu buchen. Wir waren tatsächlich nur etwa 20 Personen auf dem großen Boot und kamen uns so wenig in die Quere. Auf der Tour sahen wie viele Wasserfälle, fuhren zum Teil sogar ganz nah ran und wurden ordentlich nass, und bestaunten natürlich den spektakulären Mitre Peak, der steil über den Fjord hinausragt. Ein paar Delphine und Robben ließen sich auch blicken. Wettertechnisch gab es ein wenig was von allen: Sonne, Nebel, Regen mit Regenbogen, welchen ohne, Nieselregen, Sprühregen und Wind (vor allem am offenen Meer). Die Region zählt zu den regenreichsten in Neuseeland und auf dem Fjord liegt daher ständig eine Schicht Süßwasser. Dass das Fjordland so schwer zugänglich liegt, kommt der Natur zugute. Mal abgesehen von den Booten und einer Unterwasserstation gibt es keinerlei Zivilisation dort und so ist es verständlich, dass der Ausflug für viele zu den Highlights eines jeden Neuseelandbesuchs zählt.

Am nächsten Tag schaute ich mir noch ein wenig den südlichen Teil des Fjordlands auf dem Lake Te Anau, dem zweitgrößten See Neuseelands, an. Die erste Überraschung auf der Morning Cruise mit Faith in Fjordland: Meine Reisebegleitung und ich waren die einzigen Gäste. Da die Neuseeländer einfach unfassbar gastfreundlich sind, fand die Tour natürlich trotzdem wie geplant statt und es fühlte sich fast so an, als wäre es unser eigenes Boot, nur mit Kapitän, Skipper und uns zwei glücklichen Touristen. Rundum verwöhnt schipperten wir zuerst über den See, tranken ein Tässchen Tee, knabberten an den Petit Fours und ließen es uns einfach gutgehen. An einem winzigen Anleger hielten wir an und durften einen kurzen Spaziergang durch den Nationalpark machen. Es ist nicht bekannt, dass jemals dort jemand gelebt hätte, und die Stille ist einfach unfassbar. Der Boden, über und über mit gefallenem Laub und Moos bedenkt, fühlt sich an wie ein Trampolin, während wir vorbei an ursprünglicher Flora bis zu einem spiegelglatten See liefen. Das Boot an sich war auch schon beeindruckend, hat es doch bereits im zweiten Weltkrieg gedient und schon Winston Churchill lief über die hölzernen Planken von Faith. Auf dem Rückweg durfte ich dann selbst Hand anlegen und das Segel hochziehen. Vielleicht wird ja doch noch ein waschechter Seemann aus mir. Zurück in Te Anau ging es weiter Richtung Dunedin, dem letzten Stopp der etwa dreiwöchigen Reise durch Neuseeland.


Scottish Heritage in Dunedin
Bevor ich mir in Dunedin die älteste Universität des Landes, die University of Otago, anschaute, besuchte ich im Royal Albatross Centre die kleinsten Pinguine der Welt, die Little Blue Penguins. Gegen Abend kommen oder besser gesagt watscheln die Zwergpinguine in kleinen Grüppchen ans Land und übernachten in ihren geschützten Nestern in den Dünen. Einfach putzig! Wer möchte, kann am Taiaroa Head auch die einzige kontinentale Königsalbatroskolonie der Welt bewundern. Der Vogel erreicht eine unglaubliche Flügelspannweite von bis zu über drei Metern. Für die Stadt Dunedin hatte ich leider nur wenig Zeit, aber das, was ich sehen konnte, gefiel mir wirklich gut. Die Stadt wurde 1848 von Schotten gegründet und wuchs schnell zum wichtigsten Handelsplatz der Region heran. Zur Zeit des Goldrauschs war sie sogar eine Zeit lang die reichste Stadt des Landes. Nicht weit von Dunedin befindet sich auch das einzige Schloss, oder eher Schlösschen, in ganz Neuseeland, das Larnach Castle. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass man sehr schnell am Wasser ist. Der Strand in der Stadt ist wirklich hübsch und es gibt einige kleine Cafés an der Promenade. Dank des kräftigen Windes kommen Surfer hier definitiv auf ihre Kosten.

Am Montag war es dann soweit: Meinen letzten Tag in Neuseeland verbrachte ich vorbildlich arbeitend an der University of Otago. Dort besuchte ich den Campus, traf mich mit Kollegen von der Zulassung und dem Student Support und zwei GOzealand! Studenten. Auch ein Besuch bei Uniflats stand auf dem Plan. Die universitätseigene Wohnungsvermittlung hat etwa 170 wunderhübsche kleine Häuser um den Campus, in denen aktuell rund 750 Studenten leben. Das Matching ist bei Uniflats besonders wichtig und das Team versucht, die Studenten entsprechend ihrer Interessen und Vorlieben zusammenzulegen. Auch ein echter Kiwi ist in jedem Haus untergebracht. Ein Pluspunkt: In der Miete ist alles enthalten, auch die Kosten für die Heizung bzw. den Strom dafür, was vor allem im Winter wirklich sinnvoll ist. Die Häuser in Neuseeland sind leider nicht ganz so gebaut, wie wir es in Europa kennen und die Isolierung lässt manchmal zu wünschen übrig. Auch das Konzept Zentralheizung gibt es nicht. Entsprechend sind die Neuseeländer abgehärtet und der Temperaturunterschied drinnen zu draußen fällt oft nicht besonders groß aus. Zum Glück ist ja noch Spätsommer und GOzealand! Student Jannick gefällt seine WG von Uniflats wirklich gut. Auch über die University of Otago und die Lehre dort berichten die beiden viel Gutes: Jannick hat einen Kurs zur Māori performing art (Waiata: Te Tīmatanga) belegt und fährt im nächsten Semester mit dem Forschungsschiff der Universität aufs Meer. Ann-Christine gefällt vor allem die kleine Gruppengröße der wirtschaftswissenschaftlichen Kurse. Nach den Gesprächen schlenderten wir noch ein wenig über den Campus, besuchten das brandneue Sportzentrum, in dem man sich gegen eine kleine Gebühr sämtliches Equipment für sportliche Aktivtäten aller Art ausleihen und Sportfelder mieten kann und ich entdeckte auch hier wieder sehr coole Streetart. Einen letzten Flat White später ging es dann auch schon Richtung Flughafen und zurück nach Auckland. Von dort aus startete direkt am nächsten Morgen mein Flieger Richtung Heimat. Sportliche 35 Studenten später fiel ich absolut erschöpft, aber sehr glücklich und mit vielen schönen, bunten und unvergesslichen neuen Erinnerungen in mein Bett in Berlin.

Home Sweet Home
Die Reise hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, auch mal raus zu kommen und die Campusse mit eigenen Augen zu sehen. Neuseeland ist ein unfassbar schönes, abwechslungsreiches Land und mit jeder Reise kann man Neues entdecken und neue Bekanntschaften schließen. Auch wenn es meine dritte Reise ins Land der langen weißen Wolke war, so wird mir dort einfach nie langweilig und ich plane jetzt schon fleißig meinen nächsten Trip. Zu den Northlands und Tauchgebieten (Poor Knights Island) oberhalb von Auckland habe ich es dieses Mal nicht geschafft und auch Stuart Island und die dort lebenden Kiwis (ja, diesmal meine ich die plüschigen Vögel) stehen noch auf meiner Bucketlist. Daher ist eines sicher: Neuseeland, du siehst mich bald wieder!

Ich hoffe, mein Reisebericht konnte einige von euch inspirieren und euch Lust auf Neuseeland machen. Falls ihr Fragen habt oder einfach ein wenig schwärmen wollt, meldet euch gerne direkt bei mir (hanisch(at)gostralia.de) oder ruft im Berliner Büro an.

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